Apps für Android programmieren leicht gemacht!
2.2 Variablen und Arrays

2.2 Variablen und Arrays

Wie wir bereits im vorherigen Abschnitt des Kapitels gelernt haben ist Java eine typisierte und objektorientierte Programmiersprache. In diesem Abschnitt des Kapitels wollen wir uns genauer anschauen, wie wir Variablen erstellen, mit Inhalt befüllen und später wieder auslesen. Des weiteren gehen wir auf einen neuen Typ von Variable ein, den Arrays.
Da wir bisher noch keine Entwicklungsumgebung haben, soll dieser Abschnitt erst einmal ein kleines Verständnis für die spätere Programmierung vermitteln.
Ich weiß es juckt euch schon in den Fingern endlich los legen zu können, aber dieser Schritt ist wichtig.

 

Variablen erstellen:

Das erstellen einer Variable ist sehr einfach. Als erstes schreibt man einfach den Typ, welcher die Variable enthalten soll. Wir wählen in unserem Fall einmal eine Ganzzahl. Diese Ganzzahl ist im Englischen mit Integer zu übersetzen und wird mit int abgekürzt.

int

Als nächstes möchten wir der Variable gerne einen Namen geben, denn wir wollen die Variable ja später auch wieder finden. Wir nennen sie jetzt mal „Lotta“.

int Lotta

Damit wäre das gröbste eigentlich bereits geschafft! Java möchte allerdings gerne wissen, wann ein Befehl zu ende ist und wann ein neuer Befehl beginnt, deshalb müssen wir ans Ende eines jeden Befehles ein „;“ setzen. Somit sieht der gesamte Befehl wie folgt aus:

int Lotta;

 

Variablen beschreiben:

Nun haben wir uns eine Variable erstellt, die Lotta heißt, aber sie ist momentan leer.
Variablen beschreibt man, indem man hinter ihnen ein „=“ schreibt und dann den Inhalt. In unserem Fall wollen wir gerne sagen, dass Lotta 5 Jahre alt ist.

int Lotta;
Lotta = 5;

Wir können uns auch eine Zeile Programmcode sparen und Lotta direkt beim erstellen beschreiben.

int Lotta = 5;

 

Variablen auslesen:

In unserem einfachen Beispiel wollen wir nun sagen, dass ein Freund von Lotta, der Emil heißt, genau so alt ist wie Lotta. Also erstellen wir wieder Lotta und dieses mal auch noch Emil. Dann weisen wir Emil den gleich Wert zu, wie ihn Lotta hat.

int Lotta = 5;
int Emil = 0;

Emil = Lotta;

In der ersten Zeile sagen wir Lotta ist 5.
In der zweiten Zeile sagen wir erst einmal Emil wäre 0 Jahre, weil wir vielleicht noch nicht wissen wie alt Emil wirklich ist.
In der vierten Zeile verbinden wir nun das Beschreiben und das Auslesen von Variablen. Emil steht vor dem „=“, dass heißt er bekommt den Inhalt zugewiesen, der hinter dem „=“ steht. Lotta hingegen steht hier nun hinter dem „=“ und liefert somit den Inhalt für Emil.
Lotta und Emil enthalten nun den Inhalt 5.

 

Arrays erstellen:

Variablen haben wir gelernt muss man in den Programmcode einprogrammieren. In unserem Beispiel hatten wir nun Lotta und Emil.
Was wäre jetzt aber, wenn wir noch ein drittes Kind hinzuziehen möchten? Das würde bedeuten wir müssen die ganze App neu schreiben, um noch ein drittes Kind hinzufügen zu können.

Schlaue Leute haben sich dann die Arrays ausgedacht. Arrays sind Listen von Variablen. Der Sinn hinter diesen Arrays ist nun, dass der Nutzer zu Beginn der App sagen kann wie viele Kinder man hinzufügen möchte und dann nicht jedes mal die App umschreiben muss.

Versuchen wir es an einem Beispielcode zu verdeutlichen:

Ohne Array für 5 Kinder:
int Lotta;
int Emil;
int Peter;
int Ameli;
int Julian;

Mit Array für 5 Kinder:
int[] kinder = new int[5];

Wir schreiben hinter den Typ nun ein „[]“. Man kann aus so gut wie jedem Typ eine Liste machen. Wichtig ist darauf zu achten, dass man hinter das „=“ zusätzlich zu dem Typ noch „new“ schreibt. Natürlich können die Typen geändert werden, genau so wie der Name „Kinder“.
In das letzte „[ ]“ kommt nun die Länge des Arrays. Somit könnten wir rein theoretisch mit einer App mehrere Klassen erfassen. Die eine Klasse könnte 15 Schüler haben und die andere Klasse nur 13 Schüler, aber dennoch müssen wir die App nicht neu schreiben.

 

Arrays beschreiben:

Wir haben nun eine Liste erstellt, die unter einem einzigen Namen gespeichert ist. Wir müssen beim Auslesen dieser Liste also die genaue Spalte oder Zeile angeben. Unsere im Beispiel erstellte Liste „kinder“ hat nun 5 Spalten.
Achtung: Java fängt bei 0 an zu zählen! Ist ein Array 5 Spalten groß liest man die Spalten mit 0-4 aus.

int[] kinder = new int[5];

kinder[0] = 5;
kinder[1] = 0;
kinder[2] = 6;
kinder[3] = 6;
kinder[4] = 7;

Wir beschreiben ein Array also genau so, wie eine ganz normale Variable. Einzig und alleine der Index, also die Nummer der Spalte, muss mit angegeben werden. Diese Spalte definiert man mit einem „[ (Spaltenzahl) ]“ hinter dem Namen des Arrays.

 

Arrays auslesen:

Das Auslesen von Arrays funktioniert genau so wie bei Variablen, nur mit dem Zusatz des Spaltenindex hinter dem Namen.

int[] kinder = new int[5];

kinder[0] = 5;
kinder[1] = 0;

kinder[1] = kinder[0];

Nun ist in der ersten und in der zweiten Spalte des Arrays eine 5 gespeichert.

Bisher scheint der positive Nutzen von Arrays noch nicht ganz heraus zu kommen, da man doch mehr zu programmieren hat und dann noch mit Indexzahlen hantieren muss, um auch die richtige Spalte zu bekommen.
Aber stellen wir uns mal vor wir schreiben eine App, die das Durchschnittsalter alle Schüler in einer Klasse bestimmt. Wir können aus technischen Gründen nicht dynamisch für jeden Schüler eine neue Variable erstellen. Wir können auch nicht vorsichtshalber 10.000 Variablen erstellen, damit man „immer“ genug Variablen für alle Schüler hat.
Wir erstellen einfach ein Array und erweitern es für jeden Schüler um eine Spalte (Hier mehr dazu). Das ist viel weniger Arbeit und geht viel schneller.

Marvin

Ich bin 23 Jahre jung und studiere zurzeit Wirtschaftsinformatik an der Georg-August-Universität in Göttingen. Ich bin ein Mensch, der sich neben der Programmierung noch für tausend andere Dinge interessiert, die mal mehr und mal weniger verrückt sind. Vor allem aber bin ich Feuer und Flamme mit der Programmierung von eigenen kleinen Apps und Programmen, die mein Leben bereichern.

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