Apps für Android programmieren leicht gemacht!
Android App Baukasten

Kostenlose Android Spiele Baukästen

Smartphone Spiele Baukästen sind eine schöne Sache, vor allem für Jene, die nicht programmieren können oder schlichtweg nicht wollen. Vor allem die Idee per kurzem Klicken und Ziehen oder wenigen Mausklicks ein komplett voll funktionsfähiges Android, iOS und vielleicht sogar Windows Phone Spiel zu erstellen klingt auch viel zu verlockend.

Bereits in einem vorigen Artikel hatte ich kurz umrissen für wen sich eine „eigene“ Baukasten App aus dem Klicki-Bunti-Editor eignet. Kurz umrissen eben für alle, die keine Programmierkenntnisse haben und weniger extravagante Ansprüche an eine eigene App stellen -obwohl es auch hier Lösungen gibt-.

Innerhalb dieses Artikels möchte ich gerne ein wenig näher auf ein paar ausgewählte Anbieter von kostenlosen Smartphone Spiele Baukästen eingehen und ihre Vor- sowie Nachteile erläutern.

Bevor wir jedoch beginnen, wäre es vielleicht hilfreich zu erwähnen, dass ich bereits über Hybride-Apps berichtet habe. Diese Apps basieren im Großen und Ganzen darauf, dass wir eine Webseite innerhalb einer App verpacken und mittels JavaScript auf native Funktionen des Betriebssystems zugreifen. Auch bei diesen hybriden Apps greift das Prinzip der plattformübergreifenden Programmierung. Solltet ihr also bereits mit HTML, CSS und JavaScript umgehen können, dann schaut euch doch einfach diesen Artikel noch einmal genauer an: Hybrid-Apps erstellen

 

Android Spiele Baukästen

Stencyl

Gerne möchte ich einmal das Programm und damit die Programmierumgebung Stencyl ansprechen. Wer schon einmal mit Scratch und/oder BYOB gearbeitet hat, der kennt das Prinzip der Programmierung über das Verschieben von Blöcken. Genau dieses Prinzip nutzt Stencyl auch, um die Programmierung von Web, Windows, Mac, Linux, Android und iOS Spielen zu ermöglichen. Ihr habt zwar selber eine App zu programmieren, doch müsst ihr dafür keine einzige Zeile Programmcode selber schreiben.

Ihr nehmt im Editor einfach einen vorgefertigten Block aus dem rechten unteren Menü und schiebt es per Drag & Drop an die entsprechende Stelle, an der dieser Block ausgeführt werden soll. Zwar ist damit ein wenig das Verständnis der Programmierung vorausgesetzt, allerdings erlernt man dieses Verständnis sehr schnell.

Behavior-Designer Stencyl

Um einmal auf das Prinzip von Scratch/BYOB zurück zu kommen. Diese beiden Programme (BYOB ist eine Weiterentwicklung von Scratch) sind dafür konzipiert worden, Schülern und jungen Heranwachsenden das Prinzip der Programmierung zu lehren und näher zu bringen. Stencyl nutzt die selben Funktionen, nur eben stark im Funktionsumfang erweitert, um eine einfache Programmierung ohne Programmierkenntnisse zu ermöglichen. Wenn Stencyl also auf dem selben Prinzip beruht, dass Kindern die Programmierung beibringen soll, so sollte man davon ausgehen, dass es auch für Anfänger einen einfachen Einstieg bietet.

Stencyl hat eben wegen der Einfachheit und dem fast Frust freien Einstieg in die Programmierung einen sehr großen Vorteil.
Unter die Nachteile wäre vor allem 3 Dinge zu ziehen. Erstens sind zwar sehr viele vorgefertigte Blöcke vorgegeben (teils auch Integration vom Google PlayStore oder dem Äquivalent auf iOS), doch wer mehr möchte hat es schwierig. Es gibt zwar die Möglichkeit eigene Blöcke zu programmieren und diese wieder eben so einfach in die Spiellogik zu ziehen, aber die für die Programmierung dieser eigenen Blöcke ist wieder etwas eigener Code nötig.

Als zweiten Nachteil wäre aufzuzählen, dass Stencyl zwar an sich kostenfrei, aber nervendes Logo am Anfang zu verwenden ist und eine Programmierung für Android und iOS ist nur mit einer jährlichen Gebühr von 199$ möglich. Das entspricht etwa 16,5$ im Monat. Das Abonnement ist jährlich kündbar. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, ob bei Kündigung auch die Lizenz für bereits veröffentlichte Spiele entfällt.

Als dritten Nachteil -wenn man ihn als Nachteil sehen mag- ist die fehlende Integration von 3D. Es ist „bisher“ nur möglich 2D Spiele zu programmieren. Ob eine 3D Version geplant ist, ist fraglich.

Scene-Designer - Stencyl

Ähnlich, wie bei anderen Engines ist allerdings, dass es einen Shop gibt. In diesem Shop kann man sich bereits fertige Erweiterungen, Töne, Sprites (z. B. Spielfiguren) oder sogar ganze Spiele herunterladen, bearbeiten und veröffentlichen. Kostenlos!! Achtet bitte dennoch auf etweilige Lizenzbedingungen.
Wenn ihr nett seid, dann könnt ihr eure eigenen Spiele, Erweiterungen, Töne und Sprites sogar selber in den Shop hochladen und kostenlos zur Verfügung stellen.

 

Einfacher kann die Programmierung von Spielen für verschiedenste Plattformen fast nicht sein, sofern man sich auf 2D Spiele beschränkt und keine extravaganten Funktionen wünscht (meist sind diese auch per eigenem Code programmierbar). Wer also mit einer Gebühr von rund 16,5$ im Monat leben kann, der sollte beherzt zu Stencyl greifen.
Als kleinen Tipp am Rand: Ihr könnt zwar in der kostenfreien Version keine Apps für Android und iOS veröffentlichen, aber ihr könnt sie dennoch mit der kostenfreien Version am Gerät testen. Das Ausprobieren von Stencyl ist also ohne weitere Kosten möglich.

Hier geht es zu Stencyl.

 

GameSalad®

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GameSalad® basiert auf einem recht ähnlichen Prinzip wie es zum Beispiel auch Stencyl tut.

Wir erstellen Objekte und vergeben Eigenschaften und Verhaltensweisen über einen einfaches Klickverfahren an diese Objekte. Anschließend setzten wir diese Objekte dann in unsere Spielwelt, beziehungsweise in unsere Level ein. Leider kann ich nicht direkt Screenshots zu GameSalad® veröffentlichen, da zwar Screenshots mit auf der Pressekit Seite angegeben waren, allerdings nicht zum, Download angeboten wurden. Bilder gibt es deshalb auf der Webseite.

Es wird für alle Anfänger eine übersichtliche Webseite angeboten, über die man mehr der Funktionsweise und der Mechanismen von GameSalad® erlernen kann: Webseite Diese Hilfestellungen gefallen mir persönlich sehr gut, denn die Erklärungen sind auf die plattformspezifische Umgebung angepasst.

Eine Veröffentlichung der Spiele selber ist für die Plattformen Android, Mac, Windows, Web und Amazon OS vorgesehen. Wer sich die Pro Version leistet hat zusätzlich noch die Möglichkeit auf iOS und Tizen zu Veröffentlichen. Dabei muss natürlich wieder nur einmalig ein Spiel erstellt werden und per einfachem Tastendruck wird ein fertiges Spiel erstellt.

Die Grundvariante von GameSalad® ist erst einmal kostenlos. Wer mehr will (In-App Käufe, eigene Werbebanner, Veröffentlichung für mehr Plattformen, etc.) der muss auf eines der beiden kostenpflichtiges Abonnements ausweichen, welche bei 17$/Monat (Basic) und 25$/Monat (Pro) liegen. Eine genaue und detaillierte Übersicht über die Unterschiede der Free, Basic und Pro Version gibt es auf der Webseite scheinbar nicht. Sehr schade, denn ein wenig mehr Transparenz wäre wünschenswert, wenn man sich an ein bezahltes Abonnement bindet.

Zusätzlich wird noch ein Shop (Marketplace) angeboten, über den man sich diverse Erweiterungen, Objekte, Designs, Figuren, Töne oder ganze Spiele kaufen kann: Webseite

 

Meiner persönlichen Meinung nach ist GameSalad® zwar umfangreicher, aber auch teurer und unübersichtlicher, als Beispielsweise das bereits angesprochene Programm Stencyl.
GameSalad® wirkt einfach ein wenig erwachsener, fordert aber etwas mehr Einarbeitungszeit. Auch hier ist es nicht möglich 3D Spiele zu erstellen.

 

GameMaker: Studio

gamemaker-studio

GameMaker: Studio schafft einen sehr gelungenen Spagat zwischen Programmierung und Drag&Drop.
Wir können zwar, wie auch schon bei Stencyl oder GameSalad® ein 2D Spiel auch schon ohne große Programmierkenntnisse erstellen, aber eben auch ohne Probleme selber programmieren. Genutzt wird dabei die GameMaker Language (GML), welche eine Adaption von C ist und besonders für Anfänger leicht zu erlernen wäre. Meine Erfahrung zeigt, dass sich die meisten Leute am blutigen Anfang in jeder Programmiersprache schwer tun. Damit möchte ich GML auf keinen Fall abwerten.

Eine Veröffentlichung unseres Spieles ist auf den Plattformen Android, iOS, Windows, Tizen, Mac, Linux, Windows Phone, Web, PlayStation, X-Box und Amazon Fire OS möglich. Der Export ist hier sehr modular aufgebaut. In der kostenfreien Variante ist es ausschließlich möglich Spiele für Windows zu exportieren. Ab der Professional Version (einmalig 149,99$) ist es möglich Module zu kaufen (Kostenlos – einmalig 299,99$) , über die man dann für weitere spezielle Plattformen Spiele exportieren kann.
Damit ist GameMaker: Studio erst einmal nicht gerade günstig. Man sollte jedoch bedenken, dass die Lizenz dafür nur einmalig erworben werden muss und damit keine laufenden Kosten entstehen.

Was ich dem Entwickler YoYo Games hoch anrechnen möchte ist die Tatsache, dass man direkt vor Beginn sehr detailliert und übersichtlich darüber aufgeklärt wird, welche Version welche Funktionen besitzt und damit ein Beispiel für andere Entwickler darstellen sollte. Versionsübersicht

Auch beim GameMake: Studio erwartet uns ein weitere mal ein Shop, über den wir bei Bedarf Dinge für unser Spiel zukaufen können.

Für mich stellt GameMaker: Studio eine sehr gelungenes Programm dar, auch wenn das Programm mit allen Modulen mit ca. 800$ etwas teuer ist. Hier könnten wir hast 4 Jahre lang die Lizenz von Stencyl oder ein bisschen mehr als 2,5 Jahre die Pro Lizenz von GameSalad® kaufen. Allerdings muss man auch sehen, dass GameMaker: Studio viel mehr Möglichkeiten eröffnet und viel mehr Plattformen unterstützt.

 

Unity 3D

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Unity 3D ist eigentlich weniger als Baukasten zu verstehen, denn mit diesem Programm erhält man eine vollwertige Programmierumgebung, um 3D Spiele für Smartphones programmieren zu können. Allerdings handelt es sich bei Unity 3D um ein extremst mächtige Programmierumgebung, mit der es auch möglich ist Windows, Mac, Linux, X-Box, Wii, PlayStation und für diverse weitere Plattformen Spiele zu entwickeln. Leider hat diese Macht auch ihren Preis.
Je nachdem was wir eben vor haben und welche Reichweite wir mir unserem Spiel/unseren Spielen erreichen, können wir Unity 3D kostenlos nutzen oder müssen einen der bezahlten Pläne nutzen, welche ab 35$/Monat anfangen. Das schöne ist, dass wir bei bis zu 100.000$ Einnahmen pro Jahr bei dem kostenlosen Plan bleiben und dennoch für alle Plattformen veröffentlichen können. Einzig und alleine das Unity 3D Logo wird dann beim Start unseres Spieles mit angezeigt.

Eine Erwähnung ist dieses Programm dennoch wert.

Unity5-Blacksmith

Programmiert wird bei Unity 3D mit den Programmiersprachen C#, JavaScript und/oder Boo.
Wie der Name schon impliziert handelt es sich um eine 3D Spiele-Engine. 2D Spiele können wir aber ebenso programmieren, wir müssen halt lediglich darauf achten, dass wir die Kamera und die Spielfiguren, etc. nicht in die dritte Dimension verschieben.

Da es sich um eine vollwertige Programmierumgebung handelt und 3D Objekte verwendet werden können sollte man darauf gefasst sein, dass so Einiges an Einarbeitungszeit eingeplant werden sollte. Es handelt sich also nicht unbedingt um ein einsteigerfreundliches, aber dafür wohl um  das umfangreichste und meiner Meinung nach das zukunftsträgchtigstes und erweiterbarste Programm dieses Artikels.

Ein paar Kenntnisse in der Erstellung von 3D Objekten, Texturen und Animationen sollte man nach Möglichkeit besitzen. Für alle Anderen gibt es einen Shop, über den Objekte, Texturen, Animationen und Programmerweiterungen gekauft werden können. Gegen eine Gebühr versteht sich.

Wer also ein Spiel in 3D erstellen möchte, dass große Möglichkeiten und Funktionen bieten soll, der sollte mit Unity 3D sehr gut bedient sein. Für reine Apps (keine Spiele) sollte man von Unity 3D die Finger lassen, auch wenn selbst eine Programmierung von reinen Apps möglich wäre. Das Programm ist hierfür allerdings einfach viel zu umfangreich.

Hier geht es zu Unity 3D.

 

Fazit

Auch wenn der Titel es suggeriert -ich entschuldige mich dafür- kostenlose Programme/Engines zum Erstellen von Smartphone Spielen gibt es schlichtweg einfach nicht, wenn man keine Programmierkenntnisse besitzt. Immerhin stecken die Entwickler der Programme und Engines viel Zeit, Mühe und vor allem Geld in die Entwicklung, damit wir eben weniger Zeit, Mühe und Geld in unsere Entwicklung stecken müssen.

Wer im Endeffekt nun damit Leben kann, dass man für die fortwährende Entwicklung eine monatliche Gebühr auf den Tisch legen muss und vor hat ein kleines bis mittleres 2D-Spiel zu programmieren, der sollte meiner persönlichen Meinung nach zu Stencyl greifen. Stencyl ist einfach im Vergleich am günstigsten und bietet den einfachsten Einsteig. GameSalad® bietet zwar mehr Funktionen und mehr Plattformen an, ist dafür allerdings auch teurer und etwas schwieriger in der Erlernung.

Für Alle, die bereits leichte Programmiererfahrung haben und große 2D Projekte planen, die sollten zu GameMaker: Studio greifen.
Leider muss man eben genau dann einen großen Geldbeutel mitbringen, hat aber keine laufenden Kosten.

Unity 3D fällt zwar bei weitem aus der Kategorie „Baukasten“ heraus und ist am schwersten zu erlernen, aber dafür können wir mit Kanonen auf Spatzen schießen. Wer dabei noch bei unter 100.000$ im Jahr an Einnahmen bleibt, kann sogar kostenlos schießen.

Im Endeffekt heißt es dann doch wieder:
Wer sich mit einigen wenigen vorgefertigten Funktionen begnügt, der kann getrost einen Baukasten verwenden, wer jedoch mehr will, der muss Programmieren lernen.

Aber egal wie du dich entscheidest, auf Droid-Lernen wirst du immer hilfreiche Tipps und Tricks finden und das Programmieren von Android Spielen mit Java lernen können.

Marvin

Ich bin 23 Jahre jung und studiere zurzeit Wirtschaftsinformatik an der Georg-August-Universität in Göttingen. Ich bin ein Mensch, der sich neben der Programmierung noch für tausend andere Dinge interessiert, die mal mehr und mal weniger verrückt sind. Vor allem aber bin ich Feuer und Flamme mit der Programmierung von eigenen kleinen Apps und Programmen, die mein Leben bereichern.

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